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„Stillstand ist Rückschritt“ – Wir gehen dynamisch voran!

„Wir sind auch in der Forschung ein starker Partner. Unser Ziel: Den Stand der Technik jeden Tag ein Stückchen weiter zu verschieben. So stellen wir sicher, dass wir für Ihre Fragestellungen immer die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigen und die effizientesten und effektivsten Antworten anbieten können.“

Dr.-Ing. Matthias Kretschmer, Ansprechpartner Forschung

RegViento

RegViento: Innovative Windparkregelung mit digitalen Lastzwillingen und Unsicherheitsquantifizierung

Windenergieanlagen werden häufig in unmittelbarer Nähe zueinander in Windparks errichtet. Diese Anordnung führt jedoch zu Effizienzverlusten, den sogenannten Nachlaufverlusten, die durch die gegenseitige Abschattung der Anlagen entstehen und mit 10 bis 20 % des Jahresenergieertrags quantifiziert werden. Im Projekt RegViento entwickelt die MesH Engineering GmbH gemeinsam mit dem Stuttgarter Lehrstuhl für Windenergie (SWE) eine strömungsbeeinflussende Windparkregelung, mit der diese Verluste durch koordinierten Betrieb der einzelnen Anlagen erheblich reduziert werden können. Abhängig vom Standort sind Erhöhungen des Jahresenergieertrags um ca. 1 % möglich; dies entspricht einer Summe von ca. 70 Mio. € für die Stromproduktion aus Windkraft in Deutschland im Jahr 2023 (140 TWh) bei einem Strompreis von 50 €/MWh.

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Ziel

Das Vorhaben entwickelt eine strömungsbeeinflussende Windparkregelung zur Marktreife und demonstriert sie unter realen Bedingungen. Dazu wird ein modulares, modellbasiertes Closed-Loop-Regelungsframework aufgebaut, das auf beliebige Windparkkonfigurationen angewendet werden kann. Der Windparkregler bestimmt aus den unsicherheitsbehafteten Messungen der Anlagen kontinuierlich neue Sollwerte, z.B. Gierwinkel-Offsets zur Ablenkung des Nachlaufs (wake redirection control), wobei das Regelungsziel (etwa die Maximierung der Windparkleistung) verfolgt wird und gleichzeitig sichergestellt wird, dass keine kritischen Lasten außerhalb des zertifizierten Lastbereichs entstehen.

Digitale Lastzwillinge

Ein zentraler Baustein des Frameworks ist der digitale Lastzwilling der Windenergieanlage. Da Turbinenhersteller dem Betreiber in der Regel nur wenige Informationen über ihre Produkte zur Verfügung stellen, wird im Projekt eine Methode entwickelt, mit der aus den begrenzt verfügbaren Daten ein detailliertes aeroelastisches Modell abgeleitet werden kann. Auf dieser Basis wird mit Hilfe Rekurrenter Neuronaler Netzwerke (LSTM) ein echtzeitfähiges Machine-Learning-Ersatzmodell erstellt, das die Lasten der Hauptkomponenten online überwachen und vorhersagen kann. Über kontinuierliches Fine-Tuning mit aktuellen Messdaten werden Alterungs- und Verschmutzungseffekte der Turbine in den Zwilling integriert.

Unsicherheitsquantifizierung

Eine umfassende Unsicherheitsquantifizierung sowohl des digitalen Lastzwillings als auch des Windparkströmungsmodells ist Voraussetzung dafür, belastbare Aussagen zu Ermüdungslasten und zur Vertrauenswürdigkeit des berechneten Strömungszustands treffen zu können. Untersucht und propagiert werden u.a. Unsicherheiten aus der Modellableitung bei limitierter Datenverfügbarkeit, aus der aeroelastischen Simulation, aus dem Machine-Learning-Ersatzmodell sowie aus der Strömungsmodellierung. Aus den kombinierten Unsicherheiten wird schließlich eine konkrete Handlungsempfehlung hinsichtlich der Einhaltung der Lastbudgets und der Anwendbarkeit der Windparkregelung abgeleitet.

Demonstration am WINSENT-Testfeld

Die entwickelte Lösung wird auf dem vom Land Baden-Württemberg geförderten Windenergie-Testfeld WINSENT auf der Schwäbischen Alb demonstriert. Über einen Zeitraum von einem Jahr wird mit den umfangreich instrumentierten Windenergieanlagen die Regelungsstrategie erprobt und für den kommerziellen Einsatz validiert. Die Integration in die verbreitete Windpark-Steuerungssoftware PcVue, für die MesH zertifizierter Systemintegrator ist, stellt sicher, dass das Regelungskonzept anschließend effizient als Produkt für Windparkbetreiber bereitgestellt werden kann.

Stand des Projekts

Im ersten Projektjahr wurden die technischen und methodischen Grundlagen für die strömungsbeeinflussende Windparkregelung geschaffen. Eine erste funktionsfähige Baseline-Version des Regelungsframeworks liegt vor, einschließlich Umsetzung in Matlab und Python sowie MQTT-Kommunikation als Schnittstelle zur übergeordneten Windparkregelungslogik. Die Strömungsmodellierung baut auf der FLORIS/FloriDyn-Modellfamilie auf und ist über MesH REcon mit der Simulationsumgebung gekoppelt; FAST.Farm wurde für realitätsnahe Tests integriert. Für die WINSENT-Demonstration wurde in Abstimmung mit dem ZSW ein Wake-Redirection-Modus im Anlagenregler implementiert, die OPC-UA-Kommunikation zwischen Testfeldinfrastruktur und PcVue erfolgreich hergestellt und ein Design and Verification Plan (DVP) entworfen. Sicherheitsorientierte Lastsimulationen unter Gierwinkelfehlern wurden durchgeführt und mit dem ursprünglichen Zertifizierungsgutachten harmonisiert. Damit befindet sich das Vorhaben nach dem ersten Jahr in einem belastbaren Stand für die planmäßige Fortführung der Demonstrations-, Validierungs- und Integrationsarbeiten.

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Projektpartner:



Förderprogramm: VwV Invest BW Innovation III
Projekt-Laufzeit: 01.04.2025 bis 31.03.2027

RegViento

RegViento: Innovative Windparkregelung mit digitalen Lastzwillingen und Unsicherheitsquantifizierung

Windenergieanlagen werden häufig in unmittelbarer Nähe zueinander in Windparks errichtet. Diese Anordnung führt jedoch zu Effizienzverlusten, den sogenannten Nachlaufverlusten, die durch die gegenseitige Abschattung der Anlagen entstehen und mit 10 bis 20 % des Jahresenergieertrags quantifiziert werden. Im Projekt RegViento entwickelt die MesH Engineering GmbH gemeinsam mit dem Stuttgarter Lehrstuhl für Windenergie (SWE) eine strömungsbeeinflussende Windparkregelung, mit der diese Verluste durch koordinierten Betrieb der einzelnen Anlagen erheblich reduziert werden können. Abhängig vom Standort sind Erhöhungen des Jahresenergieertrags um ca. 1 % möglich; dies entspricht einer Summe von ca. 70 Mio. € für die Stromproduktion aus Windkraft in Deutschland im Jahr 2023 (140 TWh) bei einem Strompreis von 50 €/MWh.

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Das Vorhaben entwickelt eine strömungsbeeinflussende Windparkregelung zur Marktreife und demonstriert sie unter realen Bedingungen. Dazu wird ein modulares, modellbasiertes Closed-Loop-Regelungsframework aufgebaut, das auf beliebige Windparkkonfigurationen angewendet werden kann. Der Windparkregler bestimmt aus den unsicherheitsbehafteten Messungen der Anlagen kontinuierlich neue Sollwerte, z.B. Gierwinkel-Offsets zur Ablenkung des Nachlaufs (wake redirection control), wobei das Regelungsziel (etwa die Maximierung der Windparkleistung) verfolgt wird und gleichzeitig sichergestellt wird, dass keine kritischen Lasten außerhalb des zertifizierten Lastbereichs entstehen.

Digitale Lastzwillinge

Ein zentraler Baustein des Frameworks ist der digitale Lastzwilling der Windenergieanlage. Da Turbinenhersteller dem Betreiber in der Regel nur wenige Informationen über ihre Produkte zur Verfügung stellen, wird im Projekt eine Methode entwickelt, mit der aus den begrenzt verfügbaren Daten ein detailliertes aeroelastisches Modell abgeleitet werden kann. Auf dieser Basis wird mit Hilfe Rekurrenter Neuronaler Netzwerke (LSTM) ein echtzeitfähiges Machine-Learning-Ersatzmodell erstellt, das die Lasten der Hauptkomponenten online überwachen und vorhersagen kann. Über kontinuierliches Fine-Tuning mit aktuellen Messdaten werden Alterungs- und Verschmutzungseffekte der Turbine in den Zwilling integriert.

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Eine umfassende Unsicherheitsquantifizierung sowohl des digitalen Lastzwillings als auch des Windparkströmungsmodells ist Voraussetzung dafür, belastbare Aussagen zu Ermüdungslasten und zur Vertrauenswürdigkeit des berechneten Strömungszustands treffen zu können. Untersucht und propagiert werden u.a. Unsicherheiten aus der Modellableitung bei limitierter Datenverfügbarkeit, aus der aeroelastischen Simulation, aus dem Machine-Learning-Ersatzmodell sowie aus der Strömungsmodellierung. Aus den kombinierten Unsicherheiten wird schließlich eine konkrete Handlungsempfehlung hinsichtlich der Einhaltung der Lastbudgets und der Anwendbarkeit der Windparkregelung abgeleitet.

Demonstration am WINSENT-Testfeld

Die entwickelte Lösung wird auf dem vom Land Baden-Württemberg geförderten Windenergie-Testfeld WINSENT auf der Schwäbischen Alb demonstriert. Über einen Zeitraum von einem Jahr wird mit den umfangreich instrumentierten Windenergieanlagen die Regelungsstrategie erprobt und für den kommerziellen Einsatz validiert. Die Integration in die verbreitete Windpark-Steuerungssoftware PcVue, für die MesH zertifizierter Systemintegrator ist, stellt sicher, dass das Regelungskonzept anschließend effizient als Produkt für Windparkbetreiber bereitgestellt werden kann.

Stand des Projekts

Im ersten Projektjahr wurden die technischen und methodischen Grundlagen für die strömungsbeeinflussende Windparkregelung geschaffen. Eine erste funktionsfähige Baseline-Version des Regelungsframeworks liegt vor, einschließlich Umsetzung in Matlab und Python sowie MQTT-Kommunikation als Schnittstelle zur übergeordneten Windparkregelungslogik. Die Strömungsmodellierung baut auf der FLORIS/FloriDyn-Modellfamilie auf und ist über MesH REcon mit der Simulationsumgebung gekoppelt; FAST.Farm wurde für realitätsnahe Tests integriert. Für die WINSENT-Demonstration wurde in Abstimmung mit dem ZSW ein Wake-Redirection-Modus im Anlagenregler implementiert, die OPC-UA-Kommunikation zwischen Testfeldinfrastruktur und PcVue erfolgreich hergestellt und ein Design and Verification Plan (DVP) entworfen. Sicherheitsorientierte Lastsimulationen unter Gierwinkelfehlern wurden durchgeführt und mit dem ursprünglichen Zertifizierungsgutachten harmonisiert. Damit befindet sich das Vorhaben nach dem ersten Jahr in einem belastbaren Stand für die planmäßige Fortführung der Demonstrations-, Validierungs- und Integrationsarbeiten.

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Projektpartner:



Förderprogramm: VwV Invest BW Innovation III
Projekt-Laufzeit: 01.04.2025 bis 31.03.2027

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